Höhenverstellbarer Schreibtisch im Test - Erfahrungen in der Praxis

Wer im Büro arbeitet, sitzt in der Regel auch lange Zeit am Schreibtisch. Ein Problem wird es, wenn zum Sitzen Schmerzen hinzu kommen. Den meisten Menschen passiert das im Laufe der Arbeitsjahre auch! Hier erzähle ich über meinen Test, mit einem höhenverstellbaren Schreibtisch etwas gegen diese Rückenschmerzen zu tun.

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Als Webmaster verbringe ich fast jeden Tag - oftmals mehr als 8 Stunden - am Schreibtisch. In den ersten Jahren meiner beruflichen Tätigkeit machte ich mir überhaupt keine Gedanken über Rückengesundheit. Seit vielen Jahren Sport treibend, sah ich mich eher als unzerstörbaren Fels, wenig Verletzungsanfällig und ziemlich bequem an meinem Arbeitsplatz - dem Schreibtisch - untergebracht. Die Rückenschmerzen kamen eher schleichend, dafür dann aber richtig!

Bandscheibenvorfall im unteren Lendenwirbel und eine beginnende Hüftarthrose war die Diagnose des Orthopäden vor etwa 3 Jahren. Ab hier bin ich wohl den gleichen Weg gegangen, den viele Menschen mit Rückenproblemen gehen. Von Arzt zu Arzt, Orthopäde zu Orthopäde, Physiotherapeut zu Physiotherapeut. Meine Rückenschmerzen, die mittlerweile ziemlich massiv waren und schon lange anhielten, schienen allerdings Immun gegen die aufgesuchten Ärzte und Praxen.

Der beste Tipp kam nicht von Ärzten: „Besorge Dir einen höhenverstellbaren Schreibtisch!“

Auf einige Dinge, die eigentlich gar nicht dem entsprechen, was die Ärzte raten (zumindest die, die ich aufgesucht habe), kam ich selbst durch Ausprobieren, was mir gut tut - aber dazu später. Einen höhenverstellbaren Schreibtisch zu kaufen empfahlen mir dagegen gleich mehrere Personen aus meinem näheren Umfeld, die entweder selbst am Schreibtisch arbeiten, oder im Bekanntenkreis jemanden haben, der das tut und auch Rückenprobleme hat.

Ich hab mir das Modell eines großen Herstellers gekauft. Da dies kein werblicher Testbericht ist, muss und möchte ich auf das konkrete Modell und den Hersteller nicht eingehen. Wesentlich unterscheiden sich die Modelle, der Komfort und die Technik in der jeweiligen Preisklasse nicht. Eins steht fest, man muss etwas tiefer in die Tasche greifen, als für einen normalen Schreibtisch. Allerdings lohnt sich diese Investition auch.

Elektrisch oder manuell höhenverstellbar - welcher Schreibtisch wird auch wirklich genutzt?!

Entschieden hab ich mich für ein elektrisch höhenverstellbares Modell. Einen besonderen Grund dafür gibt es eigentlich nicht. Ich möchte es komfortabel am Arbeitsplatz und sah die Barriere zwischen Stehen und Sitzen - mit einem manuellen Verstellen der Höhe - als zu groß für mich an. Sicherlich würde ich viel weniger zwischen den einzelnen Einstellungen wechseln, müsste ich den Schreibtisch mit der Hand „hochkurbeln“ oder irgendwie anders manuell in der Höhe verstellen.

Aufbau lieber zu zweit!

Die meisten Modelle werden demontiert angeliefert. Beim Aufbau sollte man zu zweit sein, da sowohl das Schreibtischgestell, als auch die Tischplatte ihr Gewicht haben. Keine „Tonnen“, aber so viel, dass man zum Beispiel die Arbeitsplatte beim montieren zerkratzen könnte. Ansonsten ließ sich mein Modell einfach montieren. Das wird wohl bei vielen Schreibtischen der Fall sein, da die zu montierenden Teile überschaubar sind.

Meine Erfahrungen: Disziplin ist angesagt - wechseln zwischen stehender und sitzender Position

In der Theorie klar, in der Praxis aber gar nicht so einfach. Die Arbeitshaltung wirklich regelmäßig zwischen sitzender und stehender Position zu wechseln, verlangt ohne Frage Disziplin. Viel zu schnell ist man im Tagesgeschäft vertieft und vergisst darüber die guten und notwendigen Vorsätze, etwas für die Rückengesundheit zu tun. Ich selbst habe einige Wochen gebraucht, bis ich verinnerlicht hatte, dass der höhenverstellbare Schreibtisch höhenverstellt werden sollte, um dem Zweck seiner Anschaffung gerecht zu werden.

Tipp: Beginnen Sie am Morgen mit der stehenden Position, so passiert es nicht, dass Sie sich setzen und erst am Mittag merken, dass Sie schon wieder den halben Tag am Schreibtisch gesessen haben ohne die Position zu wechseln. Ich selbst halte es so, dass ich 30 Minuten im Stehen arbeite, ca. 1,5 Stunden im Sitzen, dann wieder 30 Minuten im Stehen - und das den restlichen Arbeitstag so fortführe. Dazu muss ich sagen, dass ich in der glücklichen Lage bin, meine Arbeitszeit flexibel gestalten zu können. Ich gehe ca. 4 Mal am Tag zusätzlich für etwa 10-15 Minuten spazieren. Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Kombination meiner Rückengesundheit gut tut und ich weniger - oft sogar gar keine - Beschwerden habe, seit ich das so handhabe.